Ilha Grande besuchen

Wer von euch kennt es auch, das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein und sich innerhalb weniger Tage so daheim fühlt, dass der Abschied einen echten Blues aus Nostalgie und Schmerz mit sich bringt?

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Ich sehe noch klar vor mir, wie die Ilha Grande vor mir aus dem Meer auftaucht, an einem wolkigen Tag, der so gar nicht dem Traum vom brasilianischen Sommer entsprechen wollte. Ich sehe den Pico de Papagaio, den höchsten Berg der Insel, der sich stolz über dem Dorf Vila de Abraão erhebt, und die vielen, vor der Küste liegenden Boote. Boote, von denen ich in jenem Augenblick noch nicht ahnen konnte, welche Rolle sie in meinem nächsten Roman spielen würden. Überhaupt hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung, dass mein nächster Krimi Brasilien als Schauplatz haben sollte.

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Nur drei Tage verbrachte ich auf der Insel, und doch fühlten sie sich wie Monate an. Ich verbrachte viel Zeit auf Booten, sprach mit Menschen, die ein vollkommen anderes Leben gewählt hatten als unsereins, das in irgendeiner Großstadtwohnung lebt, irgendwann mal einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat und einem sogenannten geregelten Leben nachgeht. Ich ließ mich inspirieren von den Geschichten von Aussteigern, bekam einen winzigen Einblick in das Leben auf einem Segelboot und die Freuden und Probleme, die es mit sich bringen kann. Kurze Zeit lang überlegte ich glatt, ob nicht auch ich auf einem Boot um die Küsten der Welt segeln sollte, oder ob ich nicht zumindest eine Holzhütte auf Ilha Grande mieten könnte, um dort für die nächsten Monate zu schreiben. Träume. Spinnereien. Im Moment jedenfalls.

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Nichts brachte mir mehr Frieden und das Gefühl, weitab von allen Fesseln des Alltags frei zu sein, als abends im Café do Mar vor einem Holztisch mit flackernder Kerze darauf zu sitzen und aufs Meer hinauszuschauen, während sich meine Zehen in den kühlen Sand gruben. Einige dieser Szenen habe ich im Krimi auf Kira übertragen. Meinen nächsten Krimi auf der Insel anzusiedeln, kam mir allerdings erst in den Sinn, als ich die Insel bereits verlassen hatte. Dieser Drang wurde geboren aus Sehnsucht und wunderschönen Erinnerungen – denn immerhin erlaubte mir der Schreibprozess, zumindest im Kopf noch viele weitere Monate auf der Trauminsel zu verbringen.

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Falls ihr selbst Ilha Grande mal besuchen wollt – ich kann euch keinen wirklichen Geheimtipp geben, den ihr nicht auch auf den Infobroschüren finden würdet, die ihr schon auf der Fähre zugesteckt bekommt. Ihr habt die Auswahl unter mehr als 100 Stränden, doch der schönste ist meiner Meinung nach eindeutig Lopes Mendes – und der Sand dort knirscht wirklich unter den Füßen wie Schnee. Nicht umsonst endet ‚Bossa Mortem‘ genau dort …

Mehr Impressionen

Lieder

Auf den Titel des Krimis, ‚Bossa mortem‘, bin ich gekommen, weil ich in Brasilien immer unheimlich viel Bossa Nova-Musik gehört habe. Diese hat mich auch während des Schreibens täglich stundenlang begleitet. Hier eine kleine Selektion an Stücken, denen auch Kira und Yoan am Strand von Vila de Abrão gelauscht haben.

Rezepte

Das gehört in Brasilien unbedingt auf den Speiseplan: