Toulouse besuchen

Toulouse, die pinke Stadt – niemals hätte ich mir erträumt, dass ich hier eines Tages leben würde, und das gut fünf Jahre lang. Schon in der Schule war ich in Französisch grottenschlecht, und generell zog es mich nie besonders nach Frankreich. Aber wie das Leben so spielt …

Mittlerweile kann ich sagen, dass Toulouse eine dieser französischen Städte ist, die man an einem entspannten Urlaubstag mit Edith Piafs Chanson ‚La vie en rose‘ im Ohr durchschlendern kann. Sobald die Sonne am Himmel steht, füllen sich die Straßencafés mit schick gekleideten Menschen, die so schnell schwätzen, dass man selbst nach jahrelanger Übung noch ganz genau hinhören muss, um dem Französischen zu folgen. Wenn dann die Stunde des Sonnenuntergangs gekommen ist, nehmen die Backsteinhäuser der Altstadt jenen pink-rötlichen Farbton an, für den Toulouse berühmt ist. Und die Toulousains versammeln sich an der Daurade, einem etwas zertrampelten Grasstreifen unterhalb der Altstadt und entlang der Garonne, von dem aus man im Sommer die Sonne hinterm Fluss versinken sieht. Hier einmal ein Picknick neben den plaudernden und musizierenden Einheimischen zu genießen, ist ein Muss.

Einer der zum Ausgehen attraktivsten Stadtteile ist Carmes, wo sich die Restaurants und Bars aneinanderreihen, ebenso die Gegend um die Place St.Georges und Place Salengro. Dass man in Frankreich leicht ein paar Kilo zulegt, muss ich wohl nicht erklären – die Menüs von 20-35 Euro (im Durchschnitt) verleiten gerade zu den drei Gängen, und es gibt weniges, was die Franzosen nicht kochen oder backen können. Sogar ihre Torten kommen den deutschen nahe! Beim Brot müssen sie zum Teil jedoch noch ein bisschen üben.

Ich persönlich bin auch ein Fan des Canal du Midi, jenes Kanals, der sich von Toulouse bis zum Mittelmeer bei Sète erstreckt. Zwar habe ich es nie geschafft, die gesamte Strecke auf einmal zu erradeln, jedoch Abschnitte davon – und von Toulouse drauf loszufahren und sich nach 60km in Castelnaudary wiederzufinden, war eines meiner ersten Erlebnisse an einem heißen Augusttag. Schon ganz bald ist man mitten in der Natur, sieht südfranzösische Dörfer vorbeiziehen und kann immer mal wieder an einem Restaurant oder Café am Wegrand einkehren. Damals ist mir noch nicht die Idee zu ‚Mord en rose‘ gekommen, doch ich liebe den Canal du Midi dafür, dass er mir nach vielen Jahren endlich mal wieder zu Inspiration für einen Krimi verholfen hat. P.S. Ab und zu kann man der Polizei leider wirklich dabei zusehen, wie sie mal wieder einen Körper aus dem seichten, düsteren Wasser zieht.

Mehr Impressionen

Lieder

Der Titel des Krimis wurde von dem Chanson ‚La vie en rose‘ inspiriert, weswegen das Lied unbedingt einen Platz auf meiner Toulouser Liederliste verdient. Daneben gibt es ein paar Titel, die für Kira im Roman eine Rolle spielen – oder die ich während des Schreibens so manches Mal selbst gehört habe. Hier eine kleine Auswahl daraus:

Rezepte

Hier ein paar Gerichte, die Kira in Toulouse probiert und die unbedingt zu empfehlen sind:

foie-gras

Achtung

Im Ausland ist diese Spezialität sehr umstritten wegen der Tierquälerei bei der Gewinnung der fetten Entenleber – das Thema spielt auch in dem Krimi ‚Mord en rose‘ eine Rolle